Wenn Männer älter werden

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Hormone sind die Dirigenten unseres Lebens:

Sie bestimmen unser Wesen und unseren Rhythmus. Kommen sie mit dem Altern aus dem Gleichgewicht, werden auch wir schnell aus der Bahn geworfen – doch längst nicht alle Veränderungen muss man hinnehmen.

VON HARTWIG W. BAUER

Wie sich der Hormonhaushalt im Alter verändert, ist bei der Frau gut untersucht. Beim Mann ist indes noch vieles unklar. So weiß man noch wenig darüber, wie sich ein niedriger Hormonspiegel auf die Psyche des Mannes auswirkt. Tatsache aber ist, dass auch für das körperliche und geistige Wohlbefinden des Mannes Hormone eine entscheidende Rolle spielen. Bei der Frau sind die weiblichen Hormone (Östrogene) besonders wichtig. Beim Mann sind es die Androgene, die viele Körperfunktionen steuern und auch für das männliche Aussehen verantwortlich sind. Doch hat jeder Mann auch geringe Mengen Östrogene im Blut, die ebenfalls wichtige Funktionen erfüllen.

Die Anfänge der Hormontherapie

Schon vor mehr als 100 Jahren haben Wiener Ärzte herausgefunden, dass sich die Lebensqualität eines älteren Mannes durch die Behandlung mit männlichen Hormonen verbessern lässt. So kam Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, zu dem Schluss, dass nicht immer seelische Probleme die Ursache sind, wenn die sexuelle Lust schwindet. Er überwies Patienten dann an den Gynäkologen Eugen Steinach, dessen berühmtester Patient wohl der Komponist Gustav Mahler war. Steinach behandelte auch ihn mit Hormonen. Verwendet wurden damals Hormone von Tieren. Therapien mit Hodenextrakt von Tieren gab es noch lange. So transplantierte Serge Voronoff, ein in Paris lebender russischer Chirurg, noch bis in die 1940er-Jahre Hodengewebe von Affen auf Männer.

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