Nieren, Harnwege und Blase

urologie-maximilianstrasse-harnblase

Das Harnsystem besteht aus vier Abschnitten:

Die Nieren (Nephros) sind zwei bohnenförmige, etwa 10 cm große Organe, die oberhalb der Taille links und rechts neben der Wirbelsäule liegen. Ihre wichtigsten Aufgaben sind die Filterung, Hormonproduktion und Blutdruckregulation. Ihre Hauptaufgabe ist, Wasser, Mineralien und Stoffwechselabbauprodukte auszuscheiden. Pro Tag filtern die Nieren ca. 170 l Primärharn aus dem Blut, wovon jedoch nur 1–2 l den Körper als Urin, Endharn, verlassen. Die restliche Flüssigkeit wird wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt. Der in den Nieren produzierte Urin sammelt sich in den Nierenbecken und fließt kontinuierlich durch die Harnleiter (Ureter) zur Harnblase (Vesica urinaria), die den Urin sammelt. Dieser muskulöse Hohlkörper sammelt bis zu 700 Milliliter des ständig anfallenden Urins, bevor er ihn über die Harnröhre abgibt. Ein starker Harndrang setzt aber schon bei 300 Millilitern ein. Innere und äußere Schließmuskeln der Blase sorgen dafür, dass sie fest verschlossen bleibt. Der äußere Schließmuskel lässt sich willentlich steuern. Der Harnblasenmuskel zieht sich zusammen, gleichzeitig erschlafft der Schließmuskel und der Urin fließt über die Harnröhre (Urethra) ab. Sie fällt mit etwa 4 cm bei Frauen kürzer aus als das männliche Äquivalent mit ca. 20 cm.


Die Erkrankungen von Nieren, Harnwegen und Blase reichen von Nierenbecken- oder Blasenentzündungen über Nierensteine bis hin zu Nieren- oder Harnblasenkrebs. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die häufigsten Erkrankungen:

  • Harnwegsinfekt
    Die Ursachen eines Harnwegsinfektes sind vielfältig. Durch Unterschiede in der Anatomie sind Frauen anfälliger für Infektionen der Harnwege als Männer dafür verantwortlich. Fünf bis zehn Prozent der Frauen leiden regelmäßig unter Entzündungen der ableitenden Harnwege, die von Bakterien hervorgerufen werden.

    Die Diagnostik der Harnwegsinfektion erfolgt zunächst durch eine spezielle Urinuntersuchung. Dabei wird der Urin von uns im mikrobiologischen Labor auf die Erreger untersucht. Daraufhin kann eine individuelle Therapie erfolgen, um einen schnellstmöglichen Heilungserfolg zu erzielen. Wir beraten Sie gerne ausführlich in unserer Praxis.

  • Harnblasenentzündung (Zystitis)
    Bei der Harnblasenentzündung (Zystitis) handelt es sich um eine Entzündung der Harnblasenschleimhaut. Die Harnblasenentzündung entsteht meistens durch das Eindringen von Krankheitserregern in die Harnblase. Der häufigste Erreger ist ein Bakterium, das zur normalen Besiedelung des Darmes gehört. Begünstigt wird die Entzündung durch Behinderungen des Harnabflusses, wie zum Beispiel einer Gebärmuttersenkung bei Frauen, bei einer Vergrößerung der Vorsteherdrüse bei Männern oder bei Harnblasentumoren und Harnblasensteinen. Hier können sich durch den in der Harnblase verbleibenden Restharn die Erreger schnell vermehren und so zu einer Harnblasenentzündung führen. Bei der Zystitis kommt es zu häufigem starken Harndrang und zu brennenden Missempfindungen beim Wasserlassen (Dysurie).

    Die betroffene Person muss in erster Linie reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen, um durch ein gutes Durchspülen der ableitenden Harnwege die Vermehrung der Erreger zu verhindern. Es sollte auf scharfe Gewürze, Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichtet werden. Die einfache Harnblasenentzündung, die hauptsächlich bei Frauen auftritt, ist normalerweise ungefährlich und stellt keine Gefahr für die Schädigung der Nieren dar. Wir beraten Sie gerne über alle weiteren Therapieoptionen bei uns in der Praxis.

  • Harnsteine
    Als Harnsteine bezeichnet man Ablagerungen, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden. Sie können im gesamten Harntrakt vorkommen und finden sich in Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre. In Deutschland leiden über 1 Millionen Menschen an einer Harnsteinerkrankung pro Jahr. Dabei erkranken Männern etwa doppelt so oft wie Frauen an Harnsteinen. Als häufigste Ursachen gelten: falsche Ernährung und Bewegungsmangel, falsches Trinkverhalten (zu wenig Trinken), Abflussbehinderungen in den ableitenden Harnwegen und Stoffwechselstörungen wie z. B. Gicht.

    Die Symptome können sehr vielfältig sein und reichen von kaum merkbaren Bauch- und Rückenschmerzen mit einem Druckgefühl in der Flanke mit Ausstrahlung bis in die Geschlechtsorgane über starker und häufiger Harndrang, oft verbunden mit Brennen beim Wasserlassen oder einer Harnstauung bei der kein Wasser gelassen werden kann, bis hin zu plötzlich einsetzenden, stärksten, wellenförmigen Koliken in der Flankengegend.

    Die Ultraschalluntersuchung kann hier schnell und sicher Aufschluss bieten. Als eine weitere Untersuchungsmethode steht das retrograde Ureteropyelogramm (UPG) zur Verfügung. Hierbei wird durch die Harnröhre ein Kontrastmittel eingebracht und so können der Harnleiter und das Nierenhohlsystem gut dargestellt werden.

    Bis zu 80 % der Harnsteine verlassen den Körper auf natürliche Weise über die ableitenden Harnwege. Die Austreibung kann durch krampf- und schmerzlösende Medikamente sowie reichlicher Flüssigkeitsaufnahme beschleunigt werden. Sollte es nicht zu einem Spontanabgang kommen beraten wir Sie gerne über alle weiteren Möglichkeiten bei uns in der Praxis.

  • Nierentumor
    Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste urologische Tumor. Männer sind hiervon etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der Tumor tritt am häufigsten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Die meisten Nierentumoren werden heute nur zufällig entdeckt. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen gibt es bei Nierenkrebs keine Frühwarnzeichen. Treten Symptome wie Blut im Urin oder Schmerzen in der Flanke auf, ist das Stadium schon weit fortgeschritten. Besteht der Verdacht, dass ein Tumor an der Niere vorliegt, werden Urin- und Blutuntersuchungen notwendig. Durch eine Ultraschalluntersuchung und durch eine Computertomographie kann man häufig schon sehr zuverlässig ein Tumor bestätigen oder ausschließen. Bei weiterhin unklaren Befunden werden evtl. weitere Untersuchungen wie z.B. eine Kernspintomographie notwendig. Das Tumorstadium ist der wichtigste prognostische Faktor. Sind die Tumoren klein und auf das Organ begrenzt, stehen die Heilungschancen gut. In unserer Praxis beraten wir Sie gerne über das Nierenzellkarzinom und besprechen mit Ihnen ausführlich alle möglichen Therapieoptionen im Krankheitsfall.

Im Falle einer Erkrankung von Nieren, Harnwegen und Blase ist eine genaue Diagnostik sehr wichtig, um möglichst früh mit einer angemessenen Therapie beginnen zu können. Bei typischen Symptomen, wie starkem Harndrang, Missempfindungen beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Schmerzen im Rückenbereich und Flanke mit Ausstrahlung bis in die Geschlechtsorgane, bitten wir Sie umgehend einen Termin in der Praxis zu vereinbaren, um Ihnen schnellst möglich die optimale Therapie zukommen lassen zu können.