Erkrankungen des männlichen Genitales

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Unter diesem Sammelbegriff wird eine Vielzahl von Erkrankungen vereint. Beschwerden an den Geschlechtsorganen werden häufig durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Andere Ursachen können Hauterkrankungen im Intimbereich, hormonelle Störungen und Krebs bzw. Vorstufen davon sein. Desweiteren können Auslöser von Beschwerden Fehlbildungen oder „mechanische“ Ursachen wie Verletzungen, Hodentorsion oder Reizung durch übermäßige Reibung sein.

Am häufigsten treten Beschwerden wie Juckreiz (Pruritus) im Genitalbereich sowie Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen (Algurie) auf. Oft kommt ein Ausfluss aus der Harnröhre hinzu, manchmal verbunden mit Schmerzen oder Schwellungen.

Bei Auftreten von Genitalbeschwerden sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Wir vereinbaren gerne einen Termin mit Ihnen bei uns in der Praxis. Besonders infektiöse Genitalbeschwerden müssen schnell behandelt werden, weil sie in der Regel ansteckend sind und ohne ausreichende Therapie gravierende Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit oder Krebs zur Folge haben können.


Mögliche Ursachen für Genitalbeschwerden bei Männern

  • Balanitis:
    Entzündung der Eichel und/oder der Vorhaut (Posthitis) des Gliedes. Sie können durch Bakterien, Viren, Pilze oder auch mechanische Reize verursacht sein. Je nach Ursache treten unterschiedliche Hautveränderungen an der Eichel auf, meist begleitet von Juckreiz und Schmerzen.
  • Prostataentzündung (Prostatitis):
    Sie wird meist durch Bakterien die über Harnröhre in die Prostata gelangen verursacht. Begleitet wird sie häufig von hohem Fieber, starkem und häufigem Harndrang, erschwertem und schmerzhaftem Wasserlassen, Brennen in der Harnröhre und Ausfluss. Ein weiteres Zeichen können Stuhldrang und Schmerzen beim Stuhlgang sein.
  • Hodenentzündung (Orchitis):
    Es handelt sich dabei in der Regel um eine Infektionskrankheit – meist verursacht durch Viren oder durch Bakterien. Sie entwickelt sich häufig zusammen oder als Folge einer Mumps-, Windpocken- oder Pfeiffersches Drüsenfieber-Infektion. Symptome sind geschwollene und schmerzende Hoden, Hautrötungen am Hodensack, häufiges Wasserlassen und Fieber.
  • Penisveränderungen und -anomalitäten:
    Sie bezeichnen Veränderungen unterschiedlichster Art am männlichen Glied. Sie können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Vor allem sind hier zu die Vorhautverengung (Phimose) und der Priapismus (Dauererektion) nennen. Bei einer Phimose ist der äußere Vorhautring derart eng, dass sich die Vorhaut nicht oder nur schwer über die Eichel zurückziehen lässt. Unter Priapismus versteht man eine schmerzhafte Dauererektion des Penis. Es ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss, um bleibende Funktionsstörungen zu vermeiden.
  • Hodenveränderungen und -anomalitäten:
    Bei einer Hodentorsion ist ein Hoden verdreht, was zu plötzlichen Schmerzen führt, die in die Leiste ausstrahlen. Der betroffene Hoden ist gerötet und geschwollen. Eine Hodentorsion ist ein medizinischer Notfall, da durch die Schädigung die Zeugungsfähigkeit gefährdet ist. Auch der Hodenhochstand beim Säugling, bei dem ein Hoden noch nicht in den Hodensack abgestiegen ist, ist fast immer behandlungsbedürftig, um Hodenkrebs und Fruchtbarkeitsstörungen vorzubeugen. Schwellungen an den Hoden, die mit Schmerzen verbunden sind, können auch auf einen Krampfaderbruch (Varikozele) oder einen Wasserbruch (Hydrozele) zurückzuführen sein. Eine Hydrozele ist eine gutartige und meist schmerzfreie Veränderung am Hoden, bei der es zu einer Flüssigkeitsansammlung um den Hoden herum innerhalb der inneren Hodenhüllen kommt. Eine Hydrozele bildet sich entweder angeboren (primär), während der embryonalen Entwicklungsphase oder erworben (sekundär) aufgrund von anderen urologischen Ursachen wie durch Entzündungen, Tumoren oder Verletzungen.

Als Hodentumore bezeichnet man gutartige oder bösartige Geschwülste der männlichen Keimdrüsen (Hoden). In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4500 Männer an einem bösartigen Hodentumor, wobei dieses Tumorleiden insbesondere Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betrifft. In dieser Altersgruppe stellt der Hodenkrebs die häufigste Tumorerkrankung überhaupt dar. Meistens fällt als erstes Symptom eine zunehmende schmerzlose Schwellung und Verhärtung des Hodens auf. Bei einigen Patienten können auch frühzeitig eine Blutbeimengung im Sperma (rostbraune Verfärbung) oder eine Schwellung der Brustdrüsen (durch hormonelle Veränderungen) auftreten.


Potenzstörungen
Als Potenzstörungen (erektile Dysfunktion) bezeichnet man die eingeschränkte Fähigkeit, eine für eine zufriedenstellende sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erlangen bzw. aufrecht zu halten. In Deutschland leiden ca. 4–6 Millionen Männer an Erektionsstörungen, wobei die Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Für eine Erektion wird ein komplexes Zusammenspiel von Nerven, Blutgefäßen, Hormonen und Psyche benötigt. Entsprechend vielfältig können die Ursachen von Erektionsstörungen sein. Es gilt jedoch nach Risikofaktoren zu suchen, um etwaige, bisher nicht diagnostizierte Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Koronare Herzerkrankung, zu erkennen und frühzeitig behandeln zu können. In unserer Praxis bieten wir Ihnen bei Potenzstörungen eine umfangreiche Diagnostik, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Anhand dieser Daten können wir dann eine Therapie mit Ihnen zusammen erarbeiten, um wieder eine ausreichende Erektion für ein zufriedenstellendes Sexualleben zu erlangen.
Fertilitätsstörungen
Die Fertilitätsstörungen (Zeugungsunfähigkeit) bezeichnen Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit. Sie sind entweder auf eine zu geringe Menge oder eine nicht ausreichende Qualität der Spermien zurückzuführen. Die Samenqualität wird in einem Spermiogramm untersucht. Dabei werden die Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien überprüft. Zusätzlich wird die Samenflüssigkeit auf Bakterien untersucht. Grundsätzlich lassen sich Fertilitätsstörungen in zwei Kategorien einteilen, nämlich in permanente, oft erblich bedingte Fertilitätsstörungen und temporäre Fertilitätsstörungen, die durch Umwelteinflüsse hervorgerufen werden. Wir bieten Ihnen in unserer Praxis eine umfangreiche Diagnostik anhand deren Ergebnisse wir Ihnen eine optimale auf Sie zugeschnittene Therapie zusammenstellen können.