Infektionen im Genitalbereich von Mann und Frau

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Beschwerden an den Geschlechtsorganen werden häufig durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Am häufigsten treten Beschwerden wie Juckreiz (Pruritus) im Genitalbereich sowie Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen (Algurie) auf. Oft kommt ein Ausfluss aus der Harnröhre hinzu, manchmal verbunden mit Schmerzen oder Schwellungen.

Bei Auftreten von Beschwerden im Genitalbereich sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Wir vereinbaren gerne einen Termin mit Ihnen bei uns in der Praxis. Besonders infektiöse Genitalbeschwerden müssen schnell behandelt werden, weil sie in der Regel ansteckend sind und ohne ausreichende Therapie gravierende Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit oder Krebs zur Folge haben können.


Geschlechtskrankheiten

Der Begriff Geschlechtskrankheiten umfasst traditionellerweise nur fünf Krankheiten, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Dies sind Syphilis (Lues, harter Schanker), Gonorrhö (Tripper), Ulcus molle (weicher Schanker), Lymphogranuloma inguinale und Granuloma venereum. Sie waren im Gesetz zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten definiert, das mittlerweile außer Kraft ist. Heute sind nur noch Syphilis, HIV und Hepatitis B meldepflichtig. Auch wenn die Begriffe Geschlechtskrankheit und sexuell übertragbare Krankheit häufig synonym verwendet werden, gibt es neben den klassischen Geschlechtskrankheiten noch eine Vielzahl weiterer sexuell übertragbarer Krankheiten.


STD (sexuell übertragbare Erkrankungen)

STD (Sexually Transmitted Diseases) werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Die Heilungschancen der meisten STD sind gut, wenn die Krankheit früh erkannt und behandelt wird. Leider tauchen die Symptome sexuell übertragbarer Krankheiten häufig erst sehr spät auf. Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick über die wichtigsten STD:

  • Die Syphilis (Lues) ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch Bakterien vom Typ Treponema pallidum verursacht wird. Unbehandelt kann sie eine Demenz, Psychosen, einen Schlaganfall oder fortschreitende Lähmungen zur Folge haben. Der Erreger wird beim Geschlechtsverkehr, seltener über Blutkontakt oder bei der Schwangerschaft übertragen. Der Verlauf der Krankheit erfolgt in mehreren Stadien. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt 2 bis 4 Wochen.
  • Die Aids-Erkrankung geht auf eine Infektion mit dem HI-Virus (human immunodeficiency virus) zurück. Das Virus befindet sich in allen Körperflüssigkeiten, besonders hoch konzentriert in Sperma, und Blut. Die Ansteckung kann über genitale, orale oder anale sexuelle Kontakte mit einer infizierten Person stattfinden. Daneben kommen auch Blut und Blutprodukte, benutzte Spritzen als mögliche Infektionsherde in Frage. In Deutschland gibt es über 24.000 Aidskranke, wobei die meisten davon männlich sind. Die Diagnose wird anhand von HIV-Antikörpern im Blut erstellt. HIV/Aids ist bislang nicht heilbar. Je früher aber die Diagnose gestellt wird, desto besser kann man gegen die Erkrankung vorgehen. Es gibt heutzutage effektive Medikamente, die die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung verlängern.
  • Die Hepatitis B zählt zu den Geschlechtskrankheiten und wird durch ein Virus hervorgerufen. Sie kann von Entzündungen der Leber bis hin zu einer Leberzirrhose führen. Die Übertragung kann neben dem Sexualverkehr aber auch über das Blut, wie z.B. durch mehrmals benutzte Ohrstecher, Spritzen oder Tätowierinstrumente, oder den Speichel erfolgen. In den meisten Fällen kann die Erkrankung geheilt werden, aber etwa 10% der Betroffenen erkranken chronisch und können Lebertumore oder ein Organversagen entwickeln. An Hepatitis B sterben jährlich mehr Menschen als an allen anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen zusammen.
  • Infektionen mit Chlamydien gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Bakterienerkrankungen bei Männern und Frauen. In Deutschland sind etwa 1,1 Millionen Menschen mit Chlamydien infiziert. Die Infizierten haben meist kaum Beschwerden und bemerken daher ihre Entzündung nicht. Leider erhöht sich dadurch das Risiko einer chronischen Erkrankung und einer unbemerkten Verbreitung des Erregers.
  • Humane Papilloma-Viren (HPV) können Feigwarzen verursachen. Sie zählen zu den am häufigsten durch Viren verursachten Geschlechtskrankheiten. Das Virus spielt eine Rolle bei der Entstehung von Krebs an den Geschlechtsorganen, besonders an Gebärmutterhals und Penis. Die HPV werden vorwiegend sexuell übertragen. Feuchtigkeit, Ekzeme oder Kratzwunden begünstigen die Ansteckung.
  • Der Filzlausbefall (Phthiriasis) ist ein parasitärer Befall vorwiegend im Schamhaar. Die Filzlaus ernährt sich von menschlichem Blut. Ihr Speichel verursacht einen Juckreiz und führt zur Rötung der betroffenen Hautstellen. Filzläuse werden beim Sexualkontakt übertragen, manchmal auch über die Bettwäsche, Decken oder Matratzen.
  • Die Gonorrhoe (Tripper) ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) verursacht wird. Bei Oral- oder Analverkehr kann sich der Erreger auch im Rachen oder Enddarm ausbreiten. Der Tripper-Erreger kann bei Frauen und Männern im Harn- und Geschlechtstrakt zu aufsteigenden Infektionen führen, die mit einer anschließenden Unfruchtbarkeit einhergehen können.
  • Herpes genitalis wird in der Regel durch Herpes Simplex Viren (HSV) Typ II ausgelöst. Herpesläsionen finden sich am äußeren, aber auch am inneren Genitale oder im Bereich des Afters. Typ II Viren können auch zu Symptomen auf der Haut oder in der Mundhöhle führen. Häufig verläuft eine Infektion unbemerkt und ohne Krankheitszeichen. Ist der Körper einmal vom Herpes-Virus befallen, kann er ein Leben lang erhalten bleiben und es kann immer wieder zum Ausbruch der Krankheit kommen. Ein typisches Anzeichen sind die charakteristischen Bläschen, die nach einer Krustenbildung eintrocknen.
  • Die Skabies (Krätze) wird durch Milben (sarcoptes scabei hominis) verursacht, die in der obersten Hautschicht ihre Eier ablegen. Dies führt zu Entzündungen und starkem Juckreiz. Die Milben können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, oder durch die gemeinsame Benutzung von Bettwäsche.

Rezidivierender Harnwegsinfekt

Eine Harnwegsinfektion ist eine Krankheit, die für gewöhnlich innerhalb von einer Woche geheilt sein sollte. Manchmal kehrt der Harnwegsinfekt aber immer wieder. Als rezidivierenden Harnwegsinfekt bezeichnet man den Infekt dann, wenn innerhalb von sechs Monaten die Erkrankung zweimal auftritt oder sie während eines Jahres mindestens dreimal wiederkehrt. Durch Unterschiede in der Anatomie sind Frauen anfälliger für Infektionen der Harnwege als Männer. Als Ursache für einen rezidivierenden Harnwegsinfekt kommen viele Gründe in Frage, die wichtigsten sind: Blasenentleerungsstörungen, Schwangerschaft, Unterkühlung, Stoffwechselerkrankung, Harnsteine, häufiger Geschlechtsverkehr, vernarbtes Gewebe und Tumore. Die Symptome der chronischen Harnwegsinfekte sind die gleichen, wie die einer normalen. In erster Linie ist ein ständiger Harndrang zu vermerken, gepaart mit den Schmerzen, die beim Wasser lassen entstehen. Bei diesen wiederkehrenden Infekten ist es wichtig die Ursache durch entsprechende Diagnosemaßnahmen zu finden. Von der Blasenspiegelung über das Anlegen einer Urinkultur, bis hin zur Sonografie und den Test auf Geschlechtskrankheiten bieten wir alle Maßnahmen für eine optimale Diagnosefindung bei uns in der Praxis. Wenn Sie unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten leiden sollten, scheuen Sie nicht den Weg zu uns in die Praxis, wir beraten Sie gerne.